In einem sich im Niedergang befindenden Weltkurort wird das legendäre Grandhotel durch ein Feuer zerstört. Noch bevor die offiziellen Untersuchungen der Polizei abgeschlossen sind, diagnostiziert eine Hellseherin Brandstiftung als Ursache, bezichtigt einen ehemaligen Angestellten des Grandhotels als Täter und belastet indirekt den damaligen Hoteldirektor schwer. Trotz einer Vielzahl an Spuren und Verdächtigen bleibt der Brandfall ungelöst und die Ermittlungen werden eingestellt.
Doch das Feuer lässt den damaligen Hoteldirektor nicht mehr los. Mit dem Herzstück des Kurorts ist auch ein Teil seines Lebens zerstört worden und mit der Anschuldigung der Hellseherin, das Grandhotel hätte seinetwegen brennen müssen, ist seine heile Welt durcheinandergeraten. Obwohl er nicht an Wahrsagerei glaubt, ist er fest davon überzeugt, dass sein ehemaliger Mitarbeiter aus Rache an ihm Feuer legte.
Zum Unwillen seiner Frau Sally, versucht er 30 Jahre nach dem Brand, den Fall mit einem befreundeten Major der Kantonspolizei Graubünden nochmals aufzurollen. Er erhofft sich, der Inspektor möge übersehene Hinweise finden und ihn endlich von seiner Bürde befreien. Doch der Inspektor orientiert sich an Tatsachen und nicht an Interpretationen. So gerät neben einem seltsamen Bergsteiger und dem ehemaligen Mitarbeiter auch der Hoteldirektor selbst in den Fokus der Ermittlungen. Dadurch wird dieser gezwungen, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen und sich der Wahrheit zu stellen.
Die Zerstörung des Grandhotels «Waldhaus Vulpera-Tarasp» hat das Unterengadin bis heute geprägt. Der Brand, der das imposante Haus 1989 in Asche legte, wurde nie vollständig aufgeklärt. Noch immer kursieren Gerüchte, widersprüchliche Aussagen – und eine auffällige Leerstelle in der öffentlichen Erinnerung.
Was damals geschah, ist längst mehr als ein ungelöster Kriminalfall. Der Verlust des Hotels war ein persönlicher Schicksalsschlag für den damaligen Direktor – und das Grandhotel, einst Symbol für mondäne Eleganz und touristische Blüte, wurde posthum zur Projektionsfläche für Schuldzuweisungen, Mythen und Legenden.
HERBSTFEUER fordert die Zuschauer auf, die eigenen Erinnerungen zu hinterfragen: Welche Erzählmuster bestimmen unser Selbstbild und unsere Sicht auf Erlebtes? Wie viel Verantwortung tragen wir selbst für das, was wir erzählen, verdrängen oder umdeuten? Dabei entlarvt unser Film die Illusion, dass Wahrheit einfach zu haben ist – und dass Vergangenheit eindimensional zu erzählen wäre. Er macht deutlich, dass das Streben nach Wahrheit zwar ein schmerzhafter, aber notwendiger Prozess ist – für ein ehrliches Miteinander und ein Leben, das sich ertragen lässt.
Roman Vital, Filmemacher
Dokumentarfilm
114 min. CH 2026
Farbe & SW, 2.35:1, 5.1
CH-Deutsch, Rätoromanisch, Englisch, Deutsch
ein Film von Roman Vital
Release Datum: 5. Februar 2026






